Zeitungsartikel
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Aus Wohnungsnot entstanden (OT vom 20.09.2008)
Freiburger Historiker hat die Geschichte Uffhofens aufgearbeitet / 2013 wird der Stadtteil 50 Jahre alt
700 Fotos und Anekdoten von Zeitzeugen: Für das 50-jährige Jubiläum Uffhofens im Jahr 2013 hat der Historiker Dieter Wintergerst eine Dokumentation über die Geschichte des Stadtteils erstellt. Jetzt übergab er das Werk an die Stadt.
Offenburg. »Wir sind heute sehr bemüht, dem Stadtteil eine anständige Form zu verpassen«, sagt Karl Bäuerle, Leiter des Stadtteil- und Familienzentrums Uffhofen. Plätze wolle er schaffen, auf denen sich Bürger begegnen können. Es sei jedoch nahezu unmöglich, nachträglich ein »richtiges Zentrum« einzurichten. Doch warum hat man daran nicht gedacht, als die ersten Häuser in Uffhofen entstanden?
»Anfang der 60er-Jahre wollten sich namhafte Firmen wie »Telefunken« in Offenburg niederlassen«, weiß der Historiker Dieter Wintergerst. Zu jener Zeit habe hier, wie in vielen Städten, Wohnungsnot geherrscht. »Die Bedingung der Firmen war, dass genügend Wohnungen für die Arbeiter gebaut würden«, erklärt Wintergerst. So habe eine überhastete Bauplanung begonnen und schon 1963 – zwei Jahre nach Planungsbeginn – sei die erste Wohnung bezogen worden. »Innerhalb kürzester Zeit wurde dann die gesamte ehemals grüne Wiese mit unschönen Wohnblocks zugebaut.«
Die Auswirkungen des überstürzten Handelns sind bis heute zu spüren: Der Lärmpegel ist vielerorts hoch, da der Stadtteil an die Bundesstraßen B 3 und B 33 wie auch an die Bahntrasse grenzt. Mitten durch Uffhofen führt mit dem Südring eine Hauptverkehrsader Offenburgs.
Jede Menge Anekdoten:
Wintergerst beschäftigt sich seit März mit der Geschichte Uffhofens und hat für das 50-jährige Jubiläum im Jahr 2013 eine Dokumentation erstellt: »Da die Geschichte des Stadtteils ziemlich jung ist und noch viele Zeitzeugen leben, bin ich recht einfach an Fakten und Anekdoten der Anfangszeit gekommen«, erklärt der Freiburger. Zusätzlich hat er Fotos gesammelt und im Stadtarchiv recherchiert. Dabei stieß er auf die interessante Historie der Konrad-Adenauer-Schule: »Die Schule wurde 1967 eröffnet und musste größtenteils schon sechs Jahre später wieder abgerissen werden.« Die Klassentrakte seien einsturzgefährdet gewesen und die 650 Schüler, die zu jener Zeit die Konrad-Adenauer-Schule besuchten, seien notdürftig auf andere Schulen verteilt worden, bis ein neues Gebäude gestanden sei.
Aber der Historiker stieß auch auf bemerkenswerte Meldungen in der Stadtteil-Geschichte: Die Uffhofener Hans-Jakob-Schule fand lange Zeit bundesweite Beachtung für die Zusammenbringung gesunder und behinderter Schüler, und 1993 wurde in Uffhofen das erste Stadtteil- und Familienzentrum Offenburgs eingerichtet. Erstmals wurde hier Senioren- und Jugendarbeit in einem Gebäude zusammengeführt.
Basis für Festschrift
Gestern hat Wintergerst die 6000 Euro teure Dokumentation, die von der Offenburger Bürgerstiftung St. Andreas finanziert wurde, der Stadt übergeben. Sie soll im Vorfeld der Jubiläumsfeier ausgestellt und Grundlage für eine Festschrift werden.
Quelle: Baden Online