Zeitungsartikel
Zeitungsartikel
»Endlich wieder kicken!« (08.10.2009)
Hansjakobschule bekommt neu gestalteten Innenhof und Bolzplatz
Die Hansjakobschule bekommt einen neuen Innenhof. Der Clou dabei: Die Schüler durften selbst aufmalen, wie der Hof gestaltet werden soll. Azubis des CJD setzen die bunten Schülerpläne in die Tat um. Sie erklärten sich zudem spontan bereit, den Bolzplatz der Schule zu sanieren.
Autor: Deborah Vetter
08.10.2009 - Offenburg. Die Hansjakobschule für geistig Behinderte gestaltet derzeit in einem Kooperationsprojekt mit dem Christlichen Jugenddorf ihren Innenhof neu. Da der Auftrag aus finanziellen Gründen nicht an eine Firma vergeben werden konnte, kam schnell das Christliche Jugenddorf ins Spiel Dort rannte die Hansjakobschule offene Türen ein. Rolf Hasselberg, der zuständige Mann im Jugenddorf, wurde schon innerhalb weniger Tage aktiv. »Diesem Tatendrang konnte man nur atemlos hinterherhecheln«, staunt Winfried Neuburger, Leiter der Hansjakobschule.
Hasselberg nahm sich gleich Fachmann Thomas Geißel, Ausbilder in Sachen Garten- und Landschaftsbau, zur Seite. Das Projekt passt ideal ins Ausbildungsprogramm, weshalb die 16 jugendlichen Auszubildenden im dritten Lehrjahr ans Werk gehen durften. Schwere Wackersteine, Pflanzen und Sitzbänke waren zu entfernen, motiviert klotzten die jungen Männer ran. »Solche Projekte helfen uns in der Ausbildung und machen den Kindern eine Freude«, resümiert Azubi Stefan Schnabel, selbst schon Vater. Auch der 20-jährige Raffael Honauer ist stolz auf seine Arbeit: »Es macht Spaß, wenn man Veränderungen sieht.«
Kleine Architekten
Der Clou des Projekts: Die Schüler durften selbst mit entscheiden, wie der Innenhof gestaltet werden soll. Die Kinder konnten ihren Vorstellungen freien Lauf lassen. Die kleinen Architekten malten bunte und fast maßstabsgetreue Vorlagen. Eine Projektgruppe, bestehend aus Schulleiter Neuburger, Andrea Kappeler und Wera Scholer, sichtete die Pläne. Eng an die Schüler-Vorstellungen orientiert, sollen nun in den Innenhof ein kleiner Bach mit Brücke und viele Sitzplätze angelegt werden
Finanziert wird das Projekt von der Hansjakobschule und deren Förderverein. Die Kosten beschränken sich jedoch nur auf das Material, die Jugendlichen vom CJD bringen ihre Arbeitskraft ehrenamtlich ein.
Auf dem großen Bolzplatz, der anfangs gar nicht zur Umgestaltung gedacht war, sprießen schon die ersten Gräser, und auch die Fortschritte auf dem Hof sind mehr und mehr zu sehen. Als zeitliches Limit setzte sich Ausbilder Geißel anfangs den Herbst. Wenn es schlussendlich doch erst ein »Weihnachtsgeschenk« wird, sind ihm die 86 gespannten Kinder der Hansjakobschule bestimmt auch nicht böse. Der siebenjährige Selcuk freut sich schon besonders auf den neuen Bolzplatz, schließlich will er »endlich wieder kicken« und die große Außenanlage zum Spielen nutzen!
Quelle: Baden Online