Uffhofen – Leben im Stadtteil:


Zeitungsartikel

  • 02.09.2010 - Muss erst etwas passieren?
  • 16.08.2010 - Offenburgs schönste Freiluftbühne
  • 16.07.2010 - Die Langsamkeit ist wieder Ziel
  • 09.07.2010 - Der Pfarrer vom Gifiz-See
  • 15.04.2010 - FDP sucht Rezept für Gifiz-Sanierung
  • 17.03.2010 - Kippt die Gifiz-Sanierung?
  • 06.03.2010 - Kinder aus 17 Nationen
  • 13.01.2010 - Happy End für die »Golfstube«



  • Zeitungsartikel

    »Muss erst etwas passieren?« (02.09.2010)
    Schildbürgerstreich in Uffhofen: Ein Radweg darf keiner mehr sein / Anwohner gehen auf Barrikaden
    In Uffhofen wiehert der Amtsschimmel: In der Platanenallee existieren Radwege, die aber nicht benutzt werden dürfen. Grund: der Bund hat die Straßenverkehrsordnung geändert. In Tempo-30-Zonen darf es keine Radwege mehr geben. Die Fahradfahrer müssen nun auf die Straße ausweichen, was zu gefährlichen Situationen führt. Offenburg. Er habe an einer dieser Engstellen in der Platanenallee schon den Krankenwagen kommen sehen, der einen Radfahrer abholen musste, nachdem er mit einem Auto kollidierte, sagt Anrainer Hans-Joachim Fliedner. Der ehemalige Kulturchef der Stadt Offenburg kann die Verkehrsregelung, die seit geraumer Zeit an der Platanenallee gilt, mit seinem Verstand nicht nachvollziehen, sagt er. Ausgebaute Radwege wurden in Fußgängerwege umgewidmet, die grünen Markierungen überpinselt – die Fahrradfahrer müssen nun auf die Fahrbahn ausweichen, wo sich auch schon Busse und Pkw durch die Engstellen drängen müssen. Fliedner fragt sich: »Muss erst etwas passieren, damit hier etwas passiert?« Grund dafür, dass die Radwege an der Platanenallee nicht mehr von den Radfahrern genutzt werden dürfen, ist eine Änderung der Straßenverkehrsordnung aus dem Jahre 2001. Damals hatte der Bund entschieden, dass in Tempo-30-Zonen keine Radwege mehr ausgewiesen werden dürfen. Zuerst tat sich nichts. Doch dann, nach Anmahnen eines Uffhofener Bürgers, die Stadt setze in der Platanenallee die Straßenverkehrsordnung nicht um, reagierte die Verwaltung. Sie überpinselte die grünen Markierungen und platzierte an den ehemaligen Radwegen blaue Fußgängerschilder. Wer als Radfahrer nun trotzdem auf dem ehemaligen Radweg fährt, macht sich bei einem Zusammenstoß etwa mit einem Fußgänger schuldig. Verstand ausgesetzt Fliedner bezeichnet das, was an der Platanenallee geschieht, als Widersinn und fragt sich, warum Gemeinderat und Verwaltung in dieser Sache ihren Verstand aussetzen. In seinem Urlaub war Fliedner in verschiedenen deutschen Städten unterwegs. Dort seien »in 30er-Zonen weiterhin Radwege zum Wohle der Radfahrer ausgewiesen – Bund hin oder her«. Nur in Offenburg soll dies nicht funktionieren?, fragt er. »Warum sind die Verwaltung und der Gemeinderat solche Memmen und stellen die Radwege-Schilder nicht wieder auf?« Auch die Fraktionen seien bei Vorortterminen informiert worden. Doch trotz ihres bekundeten Bedauerns sei nichts mehr passiert, so Fliedner. Die Stadt gibt an, sie müsse sich an die Vorgaben der geänderten Gesetzteslage halten. »Es besteht leider keine Möglichkeit, diese durch die Straßenverkehrsordnung vorgegebene Regelung zu umgehen«, heißt es in einer schriftlichen Mitteilung. Tiefbauchef Günter Häberle sagt, der Stadt seien die Hände gebunden. Setze sie die Vorgaben des Bundes nicht um, könne sie belangt werden. Fliedner plädiert derweil an den gesunden Menschenverstand. Es müsse eine Lösung her, bevor es zu spät sei. »Einem Radfahrer nützt es nichts, wenn auf seinem Grabstein steht: Er hatte Vorfahrt.« Die Stadt sammelt derzeit Ideen für einen Umbau der Platanenalle. Doch Geld gibt es frühestens ab 2012/13. Bis dahin sollen die vorhandenen Radwege wieder als Radwege genutzt werden können, fordert Fliedner. Und er wiederholt mit Nachdruck: »Muss erst etwas passieren?«

    Quelle: Baden Online